Aufstand + Partitur am So. 16.7.17,
14.00h Potsdam, Luisenplatz

 

 

 

 

 

 
Sybilla Keitel
Rede zum 1. Brandenburgischen Konzert für die Tiere
16. Juli 2017 Potsdam: Aufstand gegen Massentierhaltung


Liebe Aufständische !

Bevor wir unser „1. Brandenburgisches Konzert für die Tiere“ uraufführen, möchte ich ein paar Worte dazu sagen, warum wir hier sind:
Wir repräsentieren 104 000 Unterzeichner des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung. Es geht dabei auch um den ganzen landwirtschaftspolitischen Irrsinn als Folge von Tierfabriken , aber zuallererst geht es uns dabei um die Tiere selbst: fühlende Geschöpfe, die wie Autoteile oder Stapelstühle als Fabrikware produziert werden.

Ich will von meiner persönlichen Motivation reden – und denke, ich spreche für viele von uns:

Es bricht mir das Herz, wenn ich die Fotos der geschundenen Tiere sehe. Wenn ich in die Augen eines unglücklichen Schweins blicke, was eingezwängt leben muss in einem Kastenstand, wo es unmöglich ist, sich umzudrehen. Ein Tier, welches flehend den Fotografen ansieht, der ihm nicht helfen kann.
Wenn ich sehe, wie ein kleines Ferkel, welches gerade das Licht der Welt erblickt hat, hilflos herumirrt auf dunklem Betonboden, auf der Suche nach Wärme, Schutz, Nahrung. Und das, wenn es jemand sieht, als zu schwach oder überzählig brutal totgeschlagen wird.

Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, wie entzückende Küken, die gerade mal die Augen aufgemacht haben, in Kisten geschmissen werden, wo sie sich oftmals die Beine brechen, um dann als Legehenne, und zwar mit 17 Leidensgenossinnen pro Quadratmeter, ein einjähriges, trauriges Dasein zu fristen, während ihre Brüder gleich totgeschreddert werden, weil sie nicht in die Produktionslinie passen.

Es treibt mir die Tränen in die Augen, wenn ich sehe, wie man Mutterkühen schon nach zwei Tagen gewaltsam ihr neugeborenes Kälbchen entreißt, um sie zu Milchmaschinen zu machen. Sie brüllen tage- und nächtelang nach ihrem Kalb, wehrlos und wahnsinnig vor Schmerz.

Was sind wir für Monster, dass wir so völlig verroht mit Tieren umgehen ? Die Bilder und Filme kennen wir doch alle. Dürfen wir das ? Ich habe die Hoffnung, dass in 30, 40 Jahren über diese Menschen Gericht gehalten wird. Aber was sie sagen werden, das ahne ich schon: das lag nicht in meiner Verantwortung, ich habe nur ausgeführt, was von oben angeordnet war, gesetzlich war das alles erlaubt.

Es ist unerträglich für mich, dass diese grausame Tierhaltung auch noch mit unseren Steuergeldern hoch subventioniert wird und wir ein zweites Mal dafür bezahlen sollen. Denn unsere Wasserwerke schaffen es kaum noch, unser Wasser von den ungeheuren Nitratmengen zu reinigen, die aus der Stickstoffüberdüngung mit der Gülle aus Massentierhaltung kommt, ohne dass es enorm viel teurer wird. Das ist genau so unerträglich wie das Wissen, dass die Emissionen sowie die Keime aus diesen Tierfabriken uns krank machen. Oder: dass wir Resistenzen entwickeln gegen Antibiotika, so dass uns bald keine Klinik mehr retten kann, wenn wir eine Infektion haben, die vormals beherrschbar war. Das alles wissen wir längst. Die Leute, die sowas trotzdem verantworten, gehören meiner Meinung nach eingesperrt.

Und die heilige Wut empfinde ich, wenn ich sehen muss, wie in Brasilien der Regenwald abgeholzt wird, um darauf gigantische Sojafelder für europäische Tierfabriken zu errichten wie zum Beispiel in Mato Grosso, wo Monsanto und Bayer die indigene Bevölkerung mit Gewalt von ihren kleinen Äckern vertreiben. Wie Argentinien zum Beispiel in der Provinz Cordobá in riesige Sojaplantagen verwandelt wird mit dem Ergebnis, dass die Menschen dort an Krebs erkranken, dass die Frauen Fehlgeburten haben oder ihre Babys als missgebildete Krüppel zu Welt bringen, weil die Pestizidmengen auf den Sojafeldern sie vergiftet haben. Die Mütter von Ituzaingó schlagen weltweit Alarm zusammen mit den Ärzten: aber es ändert sich nichts, im Gegenteil.

Und es packt mich die reine Verzweiflung darüber, dass diese gigantische Fleischerzeugung durch Massentierhaltung die Hauptschuld trägt an der gefährlichen Klimaerwärmung . Und nicht nur das: dass diese auch mitverantwortlich für den massenhaften Exodus aus Afrika ist, weil wir mit unseren Billigfleischexporten die Kleinbauern in die Verarmung treiben.

Das alles zusammen ist ein solcher Irrsinn, dass er einen schon depressiv oder wahnsinnig machen kann. „Wer über gewisse Dinge nicht den Verstand verliert, der hat keinen zu verlieren“, das sagt Lessing. Um gegen diesen Irrsinn zu kämpfen, haben 104 000 Menschen das Volksbegehren unterzeichnet, und deswegen sind wir hier. Als Reaktion darauf rühmt sich unser Landwirtschaftsminister vor dem Bauernverband mit den Worten, er habe das Volksbegehren erfolgreich abgewehrt. Ich kann daher nur meine Bitte wiederholen: Herr Vogelsänger: treten Sie von diesem Amt zurück ! Damit verbunden ist eine ungeheure Verantwortung für äußerst komplexe, globale Probleme von fast biblischem Ausmaß, die Sie nicht erkennen. Sie sind dieser Verantwortung nicht gewachsen.


 


Hallo Leute, Liebe Aufständische,

hier nochmal für alle die Partitur unseres Brandenburgischen Konzerts für die Tiere. Kommt mit allem, was ihr mobilisieren könnt an Instrumenten - egal, ob es sich um Kamm und Fidel, Tuba oder Kochtopf handelt !

Seid unbedingt um 14 Uhr da, damit wir ein beeindruckendes Bild bauen können !

Mit diesem ungewöhnlichen Konzert wollen wir ermüdete Ohren wieder aufhorchen lassen. Um die Stimmen von Millionen und Abermillionen gequälter Tiere symbolisch zu orchestrieren, soll sich unser Konzert langsam zu einem riesigen Aufruhr steigern, der auch unsere ganze Empörung über diese unerhörten Verhältnisse herausbrüllt in die Welt !!!!

Nix mehr mit Artigsein: die Ungerechtigkeit gegen die Tiere, aber auch gegen die Menschen sowie der ganze landwirtschaftspolitische Irrsinn stinken zum Himmel, und genau diese Wut muss mit wilder, beeindruckender Geschlossenheit rüberkommen. Wenn das gut wird, landen wir mit dieser Uraufführung vielleicht sogar in den überregionalen Medien und finden Nachahmer: sowas hat die Welt noch nicht gehört !

Also: wir tun was wir können, auf geht’s !
Voller Vorfreude grüßen euch

BI Hassleben
, BI KW Stinkt’s, BI am Mellensee, BI Reichenow, BI Saustall Wadelsdorf, Bündnis Tierfabriken-Widerstand, BI Müncheberg, BI Eselshütt, BI Saustall Düben.
Website: http://aufstand-gegen-massentierhaltung.de/

 

Presse-Einladung zur Auftaktveranstaltung


Brandenburger Bürgerinitiativen starten „Aufstand gegen Massentierhaltung


Mit einem Protestkonzert auf dem Luisenplatz in Potsdam werden Brandenburger Bürgerinitiativen am kommenden Sonntag eine neue Kampagne unter dem Motto „Aufstand gegen Massentierhaltung“ beginnen. Die Aktiven aus verschiedenen Orten protestieren damit gegen die Landesregierung, die einseitig Tierfabriken fördere und damit im Widerspruch stehe zum erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung, das über 100.000 Brandenburger Bürgerinnen und Bürger 2016 unterzeichnet hatten.

Die Auftaktveranstaltung der neuen Kampagne trägt den Titel „Brandenburgisches Konzert für die Tiere“. Am Sonntag den 16.07.2017 ab 14:00 Uhr werden sich die Bürgerinitiativen des Landes zu einem experimentellen, ungeprobten Konzert zusammenfinden. Als Requiem für die geschundenen Tiere. Als Voraktion werden sich mehrere Aktivistinnen und Aktivisten bereits am Samstag den 15.07.2017 für zehn Stunden ebenfalls auf dem Luisenplatz in Schweine-Kastenstände einsperren. Das Bündnis aus Bürgerinitiativen kündigt für den Herbst weitere Aktionen an verschiedenen Brandenburger Orten an.

„Unsere politische Vertretung schert sich anscheinend nicht um den Willen des Volkes, das die Negativwirkungen riesiger Tierhaltungsanlagen auf unsere Gewässer, Luft- und Bodenqualität sowie auf das Klima gründlich satt hat“, heißt es in dem Aufruf zu der neuen Kampagne. „Anstatt das Ruder noch herumzureißen und den Ausverkauf unserer heimischen Landwirtschaft an Großagrarier, für die ein fühlendes Tier lediglich eine Ware ist, zu stoppen, dient sie sich ihnen an.", so Sybilla Keitel, eine der Sprecherinnen des Bündnisses. Die aufrufenden Bürgerinitiativen wollen mit ihren Aktionen „den Tieren eine Stimme geben und das Unrecht, das ihnen angetan wird, hörbar machen.“ Sie fordern ein Moratorium gegen neue Tierfabriken sowie das Klagerecht für Tierschutz.

„Die Fleischkonzerne können in manchen Bundesländern nur noch erschwert neue Tierfabriken bauen, weil Grüne Agrarminister Tier- und Umweltschutzregeln verbessern und kontrollieren. Derweil wird Brandenburg immer mehr zum stinkenden Hinterhof Deutschlands -und das auch noch mit Unterstützung der Landesregierung. Wir lassen es uns nicht bieten, dass Agrarminister Jörg Vogelsänger die Brandenburger UnterzeichnerInnen des Volksbegehrens derart schlecht behandelt. Die Landesregierung lässt einem Schlachthof sogar ungenehmigte Steigerungen der Schlachtmengen durchgehen, während Millionen Tiere in Megaställen leiden, Antibiotikaresistenzen unsere Gesundheit bedrohen, unsere Landschaft mit Tierfabriken verbaut wird und unsere Häuser an Wert verlieren“, sagte Carola Freitag, eine Sprecherin des Bündnisses.

Die Veranstalter der Protestaktion weisen auf das Potenzial der Landwirtschaft vor den Toren Berlins hin. In Berlin fehle es an Lebensmitteln aus regionalem Gemüseanbau und an Verarbeitungsbetrieben für Bioprodukte. Diese nicht-industriellen Lebensmittelerzeuger würden erheblich mehr qualifizierte Arbeitsplätze schaffen als Agrarkonzerne.

Der Fleischkonsum in ganz Deutschland sinke. Im Widerspruch dazu investiere die Landesregierung in die Überproduktion von Fleisch. Schon heute werde rechnerisch jedes fünfte Schwein und jedes dritte Masthuhn exportiert, das in Deutschland gemästet wird. "Niemand braucht die Tierfabriken, die Agrarminister Jörg Vogelsänger ins Land lockt und mit dem Geld der Steuerzahler mästet", sagte Marianne Frey, Stellvertreterin der BI Am Mellensee, und forderte eine Kehrtwende hin zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Brandenburg, die von der Gesellschaft akzeptiert und honoriert werde.

Kontakt:
S. Keitel, BI Hassleben / BI Eselshütt, Tel. 030-854 13 10,
C. Freitag, BI Saustall Wadelsdorf, Tel. 0171-884 35 73,
M. Frey, BI Am Mellensee, Tel. 03377-30 22 87.
 

 
 

Hallo Leute!

Die Veranstaltung ist angemeldet, die Plakate sind fertig, die Flyer sind fertig.

Jetzt liegt es an euch -zusammen mit uns- teilzunehmen, die Aktion "zum Fliegen" zu bringen, und vorher nochmal alle zu mobilisieren! 
 

Das ganze Material bitte bei uns jetzt umgehend abfordern, .... per kurzer e-mail. 

Bitte eure Post-Adresse angeben, dann schicken wir euch Plakate und Flyer zu.
 

Im Anhang beigefügt das Plakat zur Auftaktveranstaltung und den Aufruf.
 

Ebenso unsere Bitte, die Website (http://aufstand-gegen-massentierhaltung.de/) sowie die beiden Facebook-Seiten zu bewerben

- für den Aufstand allgemein hier: https://www.facebook.com/Aufstand-gegen-Massentierhaltung-Brandenburg-2010356285860364/ und

-für die Veranstaltung am 16.7. hier: https://www.facebook.com/events/138211110084762/.
 


 

Was machen wir alle zusammen? 
 

>!!  DIE BRANDENBURGISCHEN KONZERTE DER BESONDEREN ART ... FÜR DIE TIERE   !!<
 

Worauf müsst ihr euch einrichten?
 

Treffen um 14.00h, Potsdam, Luisenplatz, hier wird ein Handzettel an euch verteilt, darauf steht der Ablauf des ganzen Auftakts.
 

 Die Idee ist, dass wir uns alle, die sich gar nicht kennen,  spontan zu einer konzertierten Aktion zusammenfinden, also: zu einem Konzert. Genauer: zu einem völlig ungeprobten, aber doch gemeinsamen „Brandenburgischen Konzert für die Tiere“ in geschlossenem/ entschlossenem Auftritt.

Dazu wollen wir ein Bild bauen -  wichtig für die Presse !  - von a) Leuten im Schweinekoben oder Kastenstand plus b)  einem Orchester dahinter, welches sich als solches im Halbkreis um diesen Stall aufstellt. Wir werden dazu ein paar Leute brauchen, die von außen auf eine gute Optik achten;  eine/r von uns wird dazu auch noch Anweisungen geben, damit das Foto richtig gut aussieht. Zu dieser Installation kommt noch c) ein/e Sprecher/in und d) ein/e Dirigent/in.

Beginn des ca. 15-20minütigen Konzerts soll 14:30h sein. Bitte bringt dazu Klangkörper mit, mit denen man irgendwie geartete Töne produzieren kann - vom Kamm bis Kochtopf, Triangel bis Trommel, English Horn bis E-Bass ….: anything goes.

>Der Ablauf des Konzerts wird aus einem Wechsel zwischen dem Rezitieren von Brandenburger Tierfabriken ( + Mikro ) und dem Orchester bestehen. Eine einfache "Mitmach-Partitur“ ( drei kurze Teile, nichts Kompliziertes)  wird noch rumgeschickt (!) und vorher auch noch mal auf Handzetteln verteilt. Wir werden jemanden haben, der/die das dirigiert, außerdem dabei ist eine klassische Sopranistin im Schweinekoben.

Das Ganze soll laut/wild/wütend zu einer Aufstands-Kakophonie entarten.

Danach ist jede Menge Zeit und Raum für individuelle Darbietungen, wo alle - solo oder tutti - mit ihren Instrumenten weiter kreativ revoltieren können. 

>Nach maximal 2 Stunden beenden wir unsere Perfomance, dann ist Ausklang - Austausch - Ausblick, wir setzen uns bei einem Getränk zusammen, hier organisieren wir Bänke, Tische und Getränke.
 

Mitbringen?
 

>Klangkörper jeder Art, Instrumente, Heulschläuche, Pfannen, Trommeln, Pfeifen, Rätschen, Hörner, Gong, Becken, Tröten, Glocken, Percussiongeräte und die vielfältigsten Soloinstrumente.

>Ortsschilder der Bürgerinitiativen, Schilder, Plakate gegen Massentierhaltung  

Los gehts alle! Wir sind voller Elan und Kampfgeist! Bis Sonntag nachmittag, 16.7.17 um 14.00h in Potsdam.

Von wem?
 

Das spontane Organisationsteam besteht zurzeit aus: 

BI EselshüttBI HasslebenBI KW Stinkt’sBI Reichenow, BI Wadelsdorf, BI Am MellenseeBündnis Tierfabriken-Widerstand.

Viele Grüße!!!!!!!

 

Aufruf an alle Brandenburger Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung
und ihre UnterstützerInnen!

Mit wachsendem Zorn sehen wir, dass bei uns eine Tierfabrik nach der anderen genehmigt wird – eine Ohrfeige für 104.000 Menschen, die das Volksbegehren gegen Massentierhaltung unterzeichnet haben.

Unser Landwirtschaftsminister rühmt sich vor dem Bauernverband, das „Volksbegehren erfolgreich abgewehrt zu haben“. Doch wir halten nicht still, wenn ein Minister die demokratische Bürgerbeteiligung „abwehrt“. Der Kompromiss der Landesregierung taugt nicht dazu, politische Veränderungen gegen industrielle Tieranlagen zu erreichen. Wichtige Forderungen der Unterzeichnenden des Volksbegehrens wie z. B. das Verbandsklagerecht für Tierschutzbelange sind in dem Kompromisspapier nicht enthalten. Mit Rückendeckung der Landesregierung werden am laufenden Band weitere Tierfabriken genehmigt. Ein Schlag ins Gesicht der Brandenburger Bevölkerung, die mit dem Volksbegehren auf demokratischem Wege weitere Tierfabriken mit all ihren Qualen und Gefahren verhindern wollte.

Unsere politische Vertretung schert sich anscheinend nicht um den Willen des Volkes, das die Negativwirkungen riesiger Tierhaltungsanlagen auf unsere Gewässer, Luft- und Bodenqualität sowie auf das Klima gründlich satt hat. Sie will die verheerenden Konsequenzen für Tiere, Menschen und Umwelt nicht begreifen. Anstatt das Ruder noch herumzureißen und den Ausverkauf unserer heimischen Landwirtschaft an Großagrarier, für die ein fühlendes Tier lediglich eine Ware ist, zu stoppen, dient sie sich ihnen an. Sie unterstützt diesen Irrsinn, immer mehr Tiere einzupferchen, zu quälen, immer größere Anlagen in unser „nutztierarmes Land“ zu stellen, noch mehr minderwertiges Fleisch zu „produzieren“ für einen Bedarf, den es nicht gibt! Zudem profitieren die Investoren in Tierfabriken von Fördergeldern aus Landesprogrammen. Wir bezahlen also gegen unseren demokratisch erklärten Willen für zusätzliche Investitionen in diese Verbrechen mit unseren Steuergeldern.

So kann es nicht weitergehen! Wir selbst müssen unsere Zukunft gestalten! Geben wir den Tieren eine Stimme, mit der wir das Unrecht, das ihnen angetan wird, hörbar machen! Damit kämpfen wir auch für unsere Gesundheit sowie die unserer Umwelt! Wir kämpfen auch gegen den katastrophalen Klimawandel, der durch unseren massenhaften Fleischkonsum wesentlich mit verursacht wird!

Lasst uns einen Aufstand machen! Einen Aufstand, bei dem nicht alles geplant ist, aber vieles möglich. Zeigen wir unserer Landesregierung: Die Bürgerinitiativen und die UnterstützerInnen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung haben es nicht nur einmal im Jahr satt – wir sind längst über der Kotzgrenze!

Was wir planen:
Eine Kampagne mit einer lauten, bunten, rebellischen Auftaktveranstaltung am 16. Juli in Potsdam: Die Bürgerinitiativen zeigen Gesicht unter dem Motto Aufstand gegen Massentierhaltung. Die Kampagne wird danach mit Veranstaltungen und Aktionen bei verschiedenen BIs im Lande fortgeführt. Wie wäre es z.B. mit einer Konzertreihe unter dem Titel „Misttöne – Brandenburgische Konzerte für die Tiere“?

Wir fordern von der Landesregierung:
Klagerecht für Tierschutz – wenn in den Tierfabriken noch nicht einmal das unzureichende Tierschutzgesetz eingehalten wird, muss man dagegen vorgehen können!

Moratorium gegen neue Tierfabriken – ein sofortiger Stopp für Genehmigung, Förderung und Bau neuer Tierfabriken und eine demokratische Auseinandersetzung über die Zukunft der Landwirtschaft in Brandenburg!

Eure Beteiligung:
Ihr seid nicht allein mit Eurer (geplanten) Tierfabrik im Ort! Gemeinsam bereiten wir den 16. Juli-Aufstand gegen Massentierhaltung vor und bringen unsere Empörung zum Ausdruck. Damit die Auftaktveranstaltung ein Erfolg wird, müssen möglichst viele BIs und Menschen mitmachen. Wir brauchen uns gegenseitig für einen wirkungsvollen Aufstand!

Im Anschluss an den Auftakt sollen im Rahmen der Kampagne auch Aktionen bei Euch vor Ort stattfinden. Wir bieten Euch mit dem neuen Bündnis eine Plattform, über die auch euer Kampf gegen Eure konkrete Anlage vor Ort stärker sichtbar werden kann, indem wir Eure Aktionen auch über die neue Website www.aufstand-gegen-massentierhaltung.de verbreiten und euch z.B. Muster-Pressemitteilungen zur Verfügung stellen. Werdet Teil dieser Bewegung!

Nächste Schritte:
Seid ihr am 16. Juli dabei? Sagt uns bitte verbindlich bis 31. Mai Bescheid, ob ihr teilnehmen könnt und ob ihr eigene Ideen für die Umsetzung habt, damit wir besser planen können. (Bitte an diese Adresse: kontakt@aufstand-gegen-massentierhaltung.de) Wenn ihr euch an der Planung beteiligen wollt, meldet euch ebenfalls bei uns! Bei genügend Rückhalt aus den BIs werden wir versuchen, den Aufruf zum Aufstand gegen Massentierhaltung über die Presse zu verbreiten, und zwar mit der zusätzlichen Adressierung: „An die 104.000 UnterzeichnerInnen des Volksbegehrens“.

Schluss mit Abwarten und Tee trinken, während die Landesregierung das Volksbegehren mit jeder Genehmigung von immer mehr Tierfabriken verhöhnt! Gehen wir raus auf die Straße: gegen den Ausverkauf von Brandenburg an multinationale Konzerne und Großagrarier! Holen wir die Landesregierung aus ihrem ökologischen Tiefschlaf!

BI EselshüttBI HasslebenBI KW Stinkt’s, BI am Mellensee,  BI Reichenow, BI Wadelsdorf, Bündnis Tierfabriken-Widerstand.

Website: http://aufstand-gegen-massentierhaltung.de/

 V.i.S.d.P. Sybilla Keitel/ Badensche Str. 15/ 10715 Berlin, email: sybilla.keitel@berlin.de

 

 
 
 

 

Unbedingt lesenswert:
Rede von Dr. Barbara Hendricks zur Landwirtschaft der Zukunft
 Berlin, 17.01.2017
auch als pdf 

 

+++ " Neueste Reportage über Schweineelend im STERN "Qualitätssiegel trotz Tierquälerei " +++ Dazu Sonderausgaben der ABL Niedersachsen vom 21. 102016 +++ Zur Situation der Schweinehaltung/ Diskussion über die gegenwärtigen Zustände/ geplante Tierschutzmaßnahmen/ EU- Richtlinien +++

 
 

Neue Tierrechtsorganisation
Animal Climate Action



 

Aufruf: Tierproduktion stoppen! Klima retten!
Aufruf zur Demonstration gegen die EuroTier am 12. November 2016 in Hannover Beginn: 14 Uhr, Opernplatz, Hannover

 
 
 

Einreichung der Klage gegen Haßleben

 


 


rbb 06.06.2016
Potsdamer Neue Presse vom 07.06.2016
Berlin Online
topagrar online

... auf youtube

Berichterstattung auf rbb24 antenne Brandenburg
 

Wir bitten um Mithilfe !

So können Sie mit uns gegen die Genehmigung kämpfen und ein Klageverfahren finanzieren helfen:



https://www.betterplace.org/de/projects/43629-stallpatenschaft-gegen-die-schweinemastanlage-in-hassleben

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG Haßleben
Presseaktion am Dienstag den 7. Juni um 10:00 Uhr vor dem Verwaltungsgericht Potsdam

Haßleben kommt vor Gericht

Heute reicht ein breites Bündnis aus Deutschem Tierschutzbund, NABU, BUND für Umwelt und Naturschutz Brandenburg, der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und der Bürgerinitiative Kontra Industrieschwein Klage gegen die geplante Schweinemastanlage in Haßleben ein.

Das dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unterstellte LfU (Landesamt für Umwelt) hatte trotz des massiven Votums von 104.000 Unterzeichner*innen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung den Widerspruch gegen die riesige Anlage zurückgewiesen.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, sagt auch im Namen des Landesverbandes Brandenburg, er sei froh, in diesem exemplarischen Fall die tierquälerischen Haltungsbedingungen in der Intensivtierhaltung anprangern zu können.

"Die Chancen auf einen Erfolg der Klage stehen nicht schlecht," meint Peter Kremer, der Anwalt des Klagebündnisses, weil die Genehmigung trotz Reduzierung der Tierplatzzahl von ursprünglich 84 000 auf nun 37 000 viele Fehler enthalte, die vor Gericht vermutlich keinen Bestand hätten. Eine gewichtige Rolle spielt auch der Brandschutz - siehe BER.

Dem NABU und dem BUND geht es vor allem um die fatalen Auswirkungen auf Umwelt- und Naturschutzgebiete durch Nitrat und Stickstoff aus der Anlage und die anfallenden Güllemenge.

Thomas Volpers vom BUND: "Direkt nebenan gibt es ein sehr seltenes hoch geschütztes Moor. Das ginge wegen der immensen Belastung durch die Anlage unweigerlich verloren. Haßleben produziert soviel Gülle wie eine Großstadt, mitten in Schutzgebieten ist das eine Katastrophe."

Mit der Genehmigung hat die Landesregierung ein drastisches Ansteigen der Umgebungsbelastung mit Stickstoff in Kauf genommen - und das, obwohl ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen zu hoher Stickstoffbelastungen vor allem aus der Tierhaltung anhängig ist.

Sybilla Keitel von der BI Kontra Industrieschwein Haßleben: „Es mutet schon seltsam an, mit welcher Unbeirrbarkeit sich Landesregierung und LfU seit nunmehr 12 Jahren darin befleißigen, dem Investor den Weg zu bahnen, notfalls eben durch Ausnahmegenehmigungen von Gesetzen. Das geht so weit, auch eine durch Schweinegülle verseuchte Uckermark als Tourismusziel anzupreisen. Ich bin froh, dass die Sache jetzt vor Gericht kommt. Dass wir dabei die Unterstützung von Verbänden auch durch mehrere Instanzen haben, erleichtert uns sehr.”

Hintergrund: Das dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unterstellte LfU (Landesamt für Umwelt) hatte trotz des massiven Votums von 104.000 Unterzeichner*innen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung den Widerspruch gegen die riesige Anlage mit 37.000 Schweinen in der Uckermark zurückgewiesen. Umwelt- und Tierschutzverbände werten dieses als Signal, dass die Landesregierung unbeirrt an einer Landwirtschaftspolitik festhält, die auf agrarindustrielle Strukturen und Massentierhaltung setzt. Einem Bündnis aus Bürgerinitiativen, Umwelt- und Tierschutzverbänden ist es zwar bisher gelungen, den Bau der Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark) mit 37.000 Tieren zu verzögern. Nach der Zurückweisung des letzten Widerspruchs wollen die Initiativen jetzt aber den Fall Haßleben vor ein unabhängiges Gericht bringen und gegen die Zurückweisung des Widerspruchs durch das Landesumweltamt klagen. Das Verfahren hat aufschiebende Wirkung, so dass weiterhin nicht mit dem Bau bzw. Umbau begonnen werden darf und keine Schweine nach Haßleben kommen.

Kontakt:

Sybilla Keitel, BI Kontraindustrieschwein: 0177 1834077
Gert Müller, BI Kontraindustrieschwein, Tel 0177/ 3 20 40 70

Thomas Volpers (BUND): 039885 3287

RA Peter Kremer: 030 – 288 76 783

Marius Tünte (DTSchB), Presseabteilung, 0228/60496-24

Rieke Petter (Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt), Tel. (0)30 400 54 68 15

 
 

Widerspruch gegen die Genehmigung der Schweinemastanlage in Haßleben abgewiesen
Stellungnahme der BI Kontra Industrieschwein Haßleben:


Was hat Haßleben mit dem
Brandenburger Volksbegehren gegen Massentierhaltung
zu tun ?


• In Haßleben ist Massentierhaltung geplant - zuerst mit 84 000 und jetzt mit 37 000 Schweinen unter einem Dach. Die 104 000 Unterzeichner des Volksbegehrens wollen genau so etwas verhindern.

• Die Mastanlage ist von der SPD/PDS-Landesregierung politisch gewollt, denn sonst hätte sie schon vor etlichen Jahren rechtssicher abgelehnt werden können.

• Das Genehmigungsverfahren läuft nach dem Bundes-Immissionsschutz-gesetz (BImSchG). Es wird gerne als fachlich neutral dargestellt, beinhaltet aber etliche Ermessensspielräume (Ausnahmeregelungen, Bewertungen).

• Gleich zu Beginn des Verfahrens wurde 2003 mit formalen Tricks ein Raumordnungsverfahren (ROV) umgangen, welches die Genehmigung erschwert oder verhindert hätte.

• Die Antragsunterlagen waren über viele Jahre des Verfahrens unvollständig, grob falsch und mit fachlich unzumutbaren Gutachten versehen. Allein deswegen wäre eine rechtssichere Ablehnung des Antrags mehrfach sinnvoll und möglich gewesen. Stattdessen wurde dem Antragsteller immer wieder sehr großzügig Gelegenheit zur Nachbesserung und Berichtigung gegeben. Nur so konnte er in zwei Schritten die Tierplatzzahl von 84 000 auf jetzt 37 000 verringern, um seinen Antrag "zu retten".

• Auch in der verkleinerten Version sind die Auswirkungen auf Umwelt und Natur immer noch so gravierend, dass bei neutraler Betrachtung keine Genehmigung erteilt werden dürfte. Nahe gelegene Naturschutzgebiete (FFH) und hoch sensible Moore werden durch die Mastanlage nachweislich geschädigt werden. Nur mit geschickten Berechnungen über Schadstoffausbreitungen, Ausnahmeregelungen und der Missachtung der vorhandenen Altlasten im Boden ist 2013 die Genehmigung erteilt worden.

• Diverse Regeln und Gesetze zum Tierschutz werden verletzt: grundlegende Vorgaben der EU-Schweinehaltungsverordnung bezüglich Tierwohl (Tageslicht, Einstreu, Schwänze kupieren etc.) werden nicht eingehalten, die gesetzlich vorgeschriebene Rettung der Tiere im Brandfall ist allein wegen der Größe und der dadurch sehr langen Rettungswege nicht möglich, etc.

• Das Gebäude wurde während des Genehmigungsverfahrens ohne Wissen der Genehmigungsbehörde durch eine 193 000 m2 große Photovoltaikanlage gravierend verändert. Dadurch besteht erheblich größere Brandgefahr (Kurzschluss) und die Genehmigung wurde unter falschen Voraussetzungen ausgesprochen.

• Ein drastisches Ansteigen der Umgebungsbelastung mit Stickstoff wird in Kauf genommen - und das obwohl ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen zu hoher Stickstoffbelastungen (Klimaschutz) anhängig ist.

• Bei der Auseinandersetzung um das Volksbegehren gegen Massentierhaltung hat die Landesregierung mit aller Macht das Verbandsklagerecht verhindert, damit Gesetzesverstöße, die bei der Genehmigung zu Haßleben (und anderen Massentieranlagen) offensichtlich vorliegen, nicht einklagbar werden. So konnte sie kurz nach dem "Kompromiss" zum Volksbegehren den Widerspruch gegen die Genehmigung von Haßleben bequem abweisen. Massentierhaltung wird in Brandenburg also weiter gefördert, anstatt sie im Sinne des Volksbegehrens zu unterbinden.

• Es ist nicht zu erwarten, dass in Brandenburg jetzt neue Regelungen und Gesetze gegen Massentierhaltung erlassen werden, wenn nicht einmal der Vollzug der bestehenden Gesetze gewollt wird.

• All dies widerspricht eklatant den Wahlversprechen der SPD, wo es z.B. zur Bundestagswahl 2013 heißt: "Die Intensivtierhaltung werden wir durch geeignete gesetzliche Maßnahmen zurückdrängen."




11. Mai 2016
Gert Müller
BI Kontra Industrieschwein Haßleben
www.kontraindustrieschwein.de
 

 


Pressemitteilung:
BUND Brandenburg und Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg

Widersprüche gegen Mega-Schweinemastanlage Haßleben abgelehnt – BUND prüft Klage  – Spendenplattform „Stallpatenschaften“ gestartet  

Das Landesumweltamt hat die Widersprüche des BUND, NABU, BI „Kontra Industrieschwein“ und Förderverein „Feldberg – Uckermärkische Seenlandschaft“ gegen die Anlage in Haßleben (Gemeinde Boitzenburger Land) abgelehnt. Die Mega-Mastanlage mit ca. 37.000 Schweinemastplätzen und einem Durchlauf vom über 100.000 Tieren pro Jahr verstößt massiv gegen Tierschutzregelungen, anfallende Güllemengen verursachen höchstbedenkliche Nitrat- und Stickstoffbelastungen. Das Brandschutzkonzept gewährleistet aufgrund der langen Rettungswege außerdem nicht die gesetzlich vorgeschriebene Rettung der Tiere im Ernstfall. 

„Die Güllemengen entsprechen den Exkrementen einer Großstadt, mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Naturpark Uckermärkische Seen ist das eine Katastrophe für Mensch und Tier. Der Nährstoffgehalt belastet die Böden und wird die Lebensbereiche in eigentlich geschützten Flora- und Fauna-Habitaten (FFH) Gebieten stark verändern - viele Arten werden als direkte Folge verschwinden. Die Böden sind dort ohnehin bereits aus der Zeit der DDR-Schweinemast verseucht genug und das Grundwasser wird durch die massenhafte Haltung mit Nitrat gesundheitsgefährdend verunreinigt. Jetzt bleibt nur noch der Klageweg gegen die Widerspruchsbescheide vor dem Verwaltungsgericht um diese Katastrophe zu verhindern - diesen werden wir jetzt intensiv prüfen“, sagt Axel Kruschat, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Brandenburg und Sprecher des Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg. 

Sybilla Keitel kämpft in der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“ seit 12 Jahren gegen die drohende Massentierhaltung im Dörfchen Haßleben. Sie bezeichnet die Entscheidung als verheerend für Tiere, Menschen und Natur: "Die Uckermark wird damit zu einer Gülleregion und alle Ambitionen auf Entwicklung des Naturtourismus werden vereitelt. Richtig Geld verdienen wird dann nur noch der Schweinemäster. Dass diese Entscheidung kurz nach dem hart errungenen Kompromiss zum Volksbegehren veröffentlicht wurde, finde ich stilistisch reichlich unfein. In der Landesregierung gibt es trotz schwerwiegender wissenschaftlicher und juristischer Einwände offenbar keinerlei Umdenken. Im Genehmigungsverfahren wurden stattdessen alle Ermessensspielräume genutzt, um mit ‚geschickten’ Berechnungen und  Ausnahmegewährungen dem Schweinefabrikanten den Weg zu ebnen. Auch hohe Stickstoff- und Phosphor-Altlasten im Boden aus DDR-Zeiten wurden ignoriert. Für das Klageverfahren sind wir daher zuversichtlich.“ 

Grundlage ist die Natur- und Umweltschutzverbandsklage, eine Tierschutz-Verbandsklage war entgegen den Forderungen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung von der Landesregierung abgelehnt worden. Tierschutzrelevant wäre die nicht artgerechte Haltung durch unzureichendes Tageslicht, fehlenden Auslauf und Platzangebot ohne Einstreu mit typischen Haltungsstörungen, die ein Schwänzekupieren zur Folge haben.  

Projekt „Stallpatenschaften“:

Klageverfahren gegen Massentierhaltungsanlagen sind mit großem finanziellen Aufwand verbunden, deshalb startet das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg nach dem erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung nun das Spendenprojekt „Stallpatenschaften“. Ziel ist es Bürgerinitiativen, die gegen Mega-Mastanlagen mit Widersprüchen und Klageverfahren vor Ort vorgehen, und die durch das Volksbegehren sensibilisierte Öffentlichkeit zusammenzubringen.
Über die Kampagnenwebsite www.volksbegehren-massentierhaltung.de können BürgerInnen Informationen zu Aktivitäten und aktuell laufenden Verfahren von Bürgerinitiativen erhalten und mit einmaligen (Kleinst)-Spenden oder regelmäßigen Beiträgen „Paten“ werden. Das Projekt startet zunächst mit einem Spendenbedarf von 2.000 EUR für die BI „Kontra Industrieschwein“ und dem Klageverfahren für Haßleben vor dem Oberverwaltungsgericht.

 Hintergrund Schweinemastanlage Haßleben:

2004 beantragte der holländische Großinvestor Harry van Gennip die 1991 stillgelegte Schweinemastanlage wieder in Betrieb zu nehmen. 2012 hatte der Investor die Pläne in Anbetracht der absehbaren immissionsschutzrechtlichen Auflagen abgespeckt, statt 85.000 Schweineplätzen sollten nun 37.000 Plätze für Mastschweine, Ferkelaufzucht und (Jung)-Sauen entstehen. 2013 wurde die Genehmigung erteilt. Vor Baubeginn mussten jedoch noch über die mehr als 1000 Einwendungen entschieden werden, die im Genehmigungsverfahren eingereicht wurden. Am 29. Juni 2014 fand gegen die Schweinemast außerdem eine „Wir haben es satt!“-Demonstration mit über 1.000 Teilnehmern in Haßleben statt, zuvor waren im August 2013 bereits 47.000 Unterschriften durch die „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt" im Potsdamer Landtag abgegeben worden. 

Kontakt:
Axel Kruschat, Bund für Umwelt und Naturschutz Brandenburg
Mobil: 0179 5911698; E-Mail: bund.brandenburg@bund.net 

Sybilla Keitel, Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein“
Mobil: 0177 1834077; E-Mail: sybilla.keitel@berlin.de

 

FRAKTION BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
IM BRANDENBURGER LANDTAG

PRESSEDIENST
PM 59 

Potsdam, 13.5.16
Entscheidung pro Schweinemast in Haßleben: Aus Volksbegehren nichts gelernt 

Das brandenburgische Landesamt für Umwelt hat alle Widersprüche von Umwelt- und Tierschutzverbänden gegen die Genehmigung der Schweinemastanlage im uckermärkischen Haßleben abgelehnt. Dazu sagt der Vorsitzende der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN AXEL VOGEL: 
„Das erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung hat an der Haltung von Landesregierung und Verwaltung offenbar wenig gerändert. Die Entscheidung für die Massentierhaltung in Haßleben zeigt, dass auch nach dem Kompromiss zum Volksbegehren akuter Handlungsbedarf beim Tier- und Umweltschutz besteht. Wir werden darauf drängen, sehr großen Mastanlagen mit mehr als 3.000 Schweinen oder mehr als 80.000 Legehennen die baurechtlichen Privilegien zu entziehen. Dies hatte auch der Bauernbund Brandenburg vorgeschlagen.“ 

BENJAMIN RASCHKE, Sprecher für ländliche Räume, ergänzte:
„Die Initiatoren des Volksbegehrens haben im Gegensatz zum Bauernverband Kompromissbereitschaft bis an die Schmerzgrenze gezeigt. Die Landesregierung tritt dieses Entgegenkommen nun mit Füßen. Ich gehe davon aus, dass die Bekanntgabe der Entscheidung pro Haßleben bewusst durch Rot-Rot verzögert wurde, bis der Kompromiss zum Volksbegehren in Sack und Tüten war. Vor vier Wochen hätte die Bekanntgabe dieser Entscheidung mit Sicherheit zum Volksentscheid geführt. Mit diesem Vorgehen verliert Rot-Rot weiter an Glaubwürdigkeit. Die Genehmigung für Haßleben ist umweltpolitisch fatal und wirtschaftspolitisch unsinnig."
Widerspruch eingelegt haben Nabu, BUND, Deutscher Tierschutzbund und der Förderverein Naturpark Uckermärkische Seen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Fraktion im Brandenburger Landtag
Alter Markt 1 | 14467 Potsdam
Tobias Arbinger
Pressesprecher
Tel.: 0331 966 1706 Fax.: 0331 966 1702

 

Artikel aus der MOZ vonHenning Kraudzun 18.05.2016 07:16 Uhr